»Inkassounternehmen legen eine stabile Grundlage für Finanzierungen.«

März 2019 | Capital | Finance 4.0
Zukunft der Finanzindustrie
Die Redaktion befragt Akteure zu den Herausforderungen von Finance 4.0.
März 2019 | Capital | Finance 4.0

»Inkassounternehmen legen eine stabile Grundlage für Finanzierungen.«

Kirsten Pedd / Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU)

Wir erleben derzeit massive Umbrüche, vor allem im Bereich der Unternehmensfinanzierung. Um so wichtiger ist es, dass sich die Wirtschaft dabei immer auf einen Partner verlassen kann: die Inkassobranche. Egal ob Banken, Versicherer, Telekommunikationsdienstleister, Onlinehändler oder auch der Handwerksbetrieb um die Ecke – sie alle müssen darauf zählen, dass sie für ihre Leistungen das vereinbarte Entgelt erhalten. Die Unternehmen meines Verbandes sind kompetente Wegbegleiter auf diesem Prozess. Sie entwickeln digitale Inkasso-Schnittstellen, die sich flexibel in die Wertschöpfungskette jeder Firma einbauen lassen. Heute nutzen Inkassodienstleister clevere Prognose- und Entscheidungssysteme zur schnellen Realisierung von Forderungen und entwickeln Paymentlösungen, die die Wünsche von Unternehmen und ihren Kunden perfekt abbilden. Wie die Digitalisierung der Finanzbranche auch weiter verlaufen wird – immer werden es die Rechtsdienstleistungen der Inkassounternehmen sein, die die stabile Grundlage für erfolgreiche Finanzierungen legen.
 

www.inkasso.de

März 2019 | Capital | Finance 4.0

»Finance 4.0 benötigt einen stabilen Rechtsrahmen.«

Thomas Richter / Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI)

Die Fondsbranche wird durch den technologischen Fortschritt einen Umbruch erfahren. Noch wird der Einsatz von Blockchain, Big Data, künstlicher Intelligenz und Cloud Computing regulatorisch und praktisch behindert. Um etwa übertragbare Wertpapiere über die Blockchain auszugeben, müsste Deutschland sein Gesellschaftsrecht anpassen und die Papierurkunde abschaffen. Auch die digitale Emission von Wertpapieren mittels Token-Verbriefungen ist nicht uneingeschränkt möglich. Dafür ist das Wertpapierrecht auf EU-Ebene zu fragmentiert. Standards und Regeln fehlen auch bei der Verwahrung digitaler Wertpapiere. Damit diese von den Banken verwahrt werden können, ist die Vergabe digitaler Identifikationsnummern erforderlich. Um Betrug und Diebstahl zu verhindern, müssten zudem der Token-Handel, die Akteure und die Handels- und Abwicklungsplattformen entsprechenden Regeln unterliegen wie der MiFID II, der Marktmissbrauchsverordnung und der Wertpapier-Zentralverwahrerordnung. Der BVI setzt sich daher für einen stabilen Rechtsrahmen ein.
 

www.bvi.de

März 2019 | Capital | Finance 4.0

»Big Data und Datenanalyse bieten neue Chancen.«

David Grimm / Berater im Fachbereich FinTech beim Bundesverband der Dienstleister für Online-Anbieter

Gerade die Finanzindustrie kann durch Big Data und Datenanalyse neue Geschäftsfelder erschließen. Im Bereich des Machine Learning ist es beispielsweise möglich, durch sogenannte Recommender- Systeme bisher ungeborgene Synergieeffekte zu nutzen. Allerdings fällt auf, dass sich viele etablierte Institute mit dieser Möglichkeit noch sehr schwertun. Es wird teilweise sogar noch damit gerungen, ob man überhaupt in diese neuen Geschäftsfelder vordringen möchte. Das schafft Raum für innovative Start-ups, die durch die Zahlungsrichtlinie PSD2 in die Lage versetzt werden, ebensolche Analysedienste zu realisieren. Entscheidend ist hierbei die Datenqualität. Gerade etablierte Institute haben noch oft sehr große Probleme, gewachsene Strukturen in eine verwertbare Form zu bringen. Hier muss noch viel getan werden, damit man nicht Gefahr läuft, neuen Anbietern das Feld überlassen zu müssen. Heutzutage können sich Märkte in wenigen Wochen umwälzen. Dies muss allen Akteuren bewusst sein oder bewusst werden.
 

www.bdoa.de